Traumatherapie – Erste Sitzung

Sicherlich, ich bin bei der Therapeutin schon eine Weile. Dankbar erkenne ich ihr an, sie hat aus dem Vorgespräch eine eigene Variante gebaut.

Es hieß zuerst, dass die Therapie erst später – also vom Zeitpunkt des Vorgesprächs in sechs Monaten stattfinden könnte, weil sie sehr ausgebucht sei und nicht möchte, das die Qualität durch eine Art “Abfertigen” drunter leidet.

Da war schon der erste Bonuspunkt, den ich ihr gab. Dann hat sie jedoch aufmerksam verfolgt, dass ich schon Ewigkeiten (gut 20 Jahre geht die Suche nach ‘nem guten Therapeuten schon!) auf der Suche bin und reichlich negative Erfahrungen gemacht habe. Also bot sie mir an, 1x pro Monat ein weiteres Gespräch zu führen und so die Zeit zu überbrücken, bis die eigentliche Therapie losgeht.

Sie bezeichnete (verrechnet) das als 2x Vorgespräch und 2x Vorbereitungsgespräch.

Echt Mega!

Heute hatten wir dann eine Sitzung, die sich schon wie die richtige Therapie an gefühlt hat. Neben Gesprächen – auch mit ein paar tiefen Gedankengängen ¹ – arbeiten wir uns heute in Aufgaben vor.

Ergebnisse der heutigen Sitzung:
Zunächst geht es um die Sicherung, Selbstfürsorge und den Aufbau des Selbstbewusstseins, bzw. das Gegensteuern bei grundsätzlichen Störungen.

Daraus wurden die Aufgaben:

  • das führen eines “Sonnenbuchs” – positive, erfolgreiche Situationen sammeln und niederschreiben, um diesen einen tieferen (Gedächtnis-)Eindruck zu ermöglichen ²
  • Körperwahrnehmung – beobachten, wahrnehmen ohne zu bewerten. Der Reihe nach Körperteile nachspüren, wie fühlen die sich an (warm/kalt, bequem, taub); welche Körperteile fühlen sich gut an, welche Farbe könnte man denen zuordnen..

Geht hier um die Aufmerksamkeit, aktuelle Wahrnehmung, Jetzt-Übung.

1)
Die Gedankengänge ergaben sich beim Erklären, warum der Mensch sich negative Erlebnisse einfacher merkt bzw. sich leichter daran erinnern kann: Studien würden belegen, das dies aus “unserer” Frühzeit stammt, wo Gefahren das eigene Leben bzw. das Fortbestehen der Sippe gefährden würden. Diese Erlebnisse waren wichtig, um sie weiter zugeben und somit das Überlebenskonzept zu perfektionieren bzw. sicher zustellen. Gute Erfahrungen hingegen wurden nach Nützlichkeit wie Werkzeugherstellung, Fertigungsmethoden oder Urbarmachung eingeteilt.”Schönes” in der Form wir “wir” es heute erleben hatte nicht den Stellenwert wie heute – so nimmt man zumindest an.

2)
Auslösend durch die historische Bedeutung der Negativerfahrung und der Wertigkeit, also auch die Existenz von Märchen, Überlieferungen, Sagen, Mythen welche vor vielleicht noch 3000 Jahren ausschließlich durch Stammesälteste oder dem Oberhaupt einer Sippe weitergegeben wurden, innerhalb einer Kultur und innerhalb von vielleicht 3 Generationen haben “wir” – also die Menschheit heute eine ganz andere Situation, weswegen wir vielleicht wirklich dieses Überlebensmodell überdenken/umtrainieren sollten(könnten).

Wir können dank Büchern, Aufzeichnungen, Datenbanken, Internet auf das Wissen von allen (entdeckten) Kulturen, rückwirkend auf viele hundert Generationen zurückgreifen, können aus Klimaumständen und Kulturkriegen den Inhalt der Botschaften von Überlieferungen verifizieren und aufschlüsseln UND können computergestützt auf eine Art primitive Vorhersagemodelle zugreifen, welche Entscheidungen zu welchen Konsequenzen führen.

Und da fragt sich mein kleiner Einstein in mir, warum wir das nicht tun, statt wieder in Rassenhass, Fremdenfeindlichkeit und Nationalstolz zu versinken.

Doch wer bin ich schon…  nur jemand mit ‘ner Macke und der über seine Psychotherapie bloggt 😉

 

Letztlich… es war wieder sehr produktiv und inhaltsreich. Fühle mich bei der Therapeutin sehr gut aufgehoben.