#DepriBattle – Who did won?

Heute war mal wieder so ein ganz klassischer WTF-Day!

Seit zwei Tagen reißen mir meine suizidalen Schübe den Boden unter den Füßen weg. Es ist schwer zu beschreiben, für Menschen, die das nicht kennen. Es muss sich für Außenstehende wir eine “irre Geschichte” anhören… sei es drum.

Vorher noch was zu mir:

Ich stehe nicht mehr im Arbeitsprozess. Bin über 50, habe meine Finanzen bzw. Schulden “im Griff”, bekomme Grundsicherung und komme damit klar. Habe therapeutisch “artig” kurz-, mittel- und langfristige Ziele, konstruktive und schöpferische Projekte am Start, habe wenig körperliche Handicaps (COPD, Herzrhythmusprobs, Athrose) und sehe durchschnittlich “gut” aus. Ich lebe seit 6 Jahren in einer Partnerschaft mit einem Menschen der ein hohes Verständnis zu meiner Situation hat. Ich habe Hobbys wie Elektronik, Programmieren und Schreiben. Also nichts, was auf den ersten Blick in irgendeiner Weise auf ein “kaputtes” Leben schließen könnte.

Bin jedoch diagnostiziert mit reziudiven schweren depressiven Episoden neben chronischen Depressionen, latente Suizidalität, verschiedene Persönlichkeitsstörungen, PTBS and some more…
Am meisten machen mir die suizidalen Schübe zu schaffen, die aus heiterem Himmel den schönsten blauen Himmel in Schwarz verwandeln, das Gefühl alles hinwerfen zu wollen, nichts wird mir helfen egal wie ich mich abstrample und von einem Leben in einem imaginären “Normalzustand” werde ich nur träumen können.

Vorwort

Ich kam vor drei Wochen aus der Klinik. Eine Notfallklinik für psychiatrische Störungen im Einzugsgebiet. Die dortige Behandlung war entgegen meiner Erfahrungen, die ich dort schon mal gemacht habe eher schrecklich. Ich fühlte mich falsch diagnostiziert, man laß zwischen den Zeilen, war an meinen Erklärungen – klar und sachlich – weder interessiert noch nahm man diese irgendwie ernst. Ich erzählte von jahrelanger therapeutischer Erfahrung, von den daraus resultierenden Erkenntnissen, meiner fortschreitenden Arbeit und auch von Erfolgen. Natürlich auch von schlechten Erlebnissen.
Meine Hoffnung war, das “wir” direkt dort weiter arbeiten könnten, da mein Leidensdruck hoch genug ist, um keine weitere Zeit zu verlieren.

Das Aufnahmegespräch war noch sehr optimistisch und ich dachte durchaus daran, mir mal wieder eine Chance zu geben, obgleich ich mit einem Minimalpegel an Selbstwert, Hoffnung, Lebensmut, -freude und -lust dort aufgeschlagen bin.

Jedoch war das zweite Gespräch mit der Stationsärztin dann schon sehr ernüchternd. Intuitive Diagnose, fern ab von dem, was mein Anamnesebogen, meine Biographie, meine Selbstbeschreibung preisgaben wurde der Fokus auf irgendwelche kognitiven Strukturdefizite gelenkt, welche “mit Sicherheit” Auslöser für meine Depressionen seien.

Das ich an sich eher Traumaarbeit machen wollte wurde mir gänzlich abgesprochen und mit Parabel-Bespielen, welche eine enormen psychischen Druck verursachen würde abgeraten. “Dazu sind Sie doch gar nicht stabil genug!”.

Wie dem auch sei, nach vier Wochen mit künstlich erzeugten Konflikten, deren Klärung an der Schwelle scheiterten, an denen das Pflegepersonal bzw. die Ärzte einen Fehler bzw. das künstlich provozierte Potential zugeben mussten, war mir klar, “hier ist für mich nichts zu holen”.

The Race

Nun bin ich seit 2 Tagen immer schlechter drauf. Die suizidalen Schübe kommen in immer kürzeren Abständen. Ich habe niemanden, mit dem ich darüber reden kann, denn die Menschen in meinem sozialen Umfeld werden schlicht verrückt vor Sorge und im professionellen Bereich steht ganz klar im Vordergrund, das ich “freiwillig” meine Grundrechte abgeben muss und mich in die geschlossene Abteilung einweisen lassen muss, wo mir dann wieder mal nichts weiter erzählt wird als “Du, Du! Sowas macht man nicht!”.

Es gibt vielleicht ein paar neue Medikamente, aber letztendlich werde ich dazu eingeladen, das zu erzählen, was die hören wollen, um dann 1 Stunde am Tag mal Sonnenlicht sehen zu dürfen und irgendwann da wieder heraus zu kommen.

Mein eindringlicher Wunsch nach einer zeitnahen Traumatherapie, möglichst stationär ist leider ohne beinahe 12 Monate Wartezeit nix zu machen. Abgesehen von dem Reha-Antrag, der in der ersten Instanz immer abgelehnt wird. Dies verzögert das Ganze ebenfalls nochmal um gut 2 Monate.

Mich ärgert es, nein, es enttäuscht mich und macht mich wütend, das ich im Grunde inzwischen eine latente, also chronische Suizidalität habe, die unter juristischer Sicht mir meine Grundrechte in Gefahr bringt. Und dies habe ich im Grunde jenen zu verdanken, die immer und immer wieder auf “überbrücken” setzen und tatsächlich der Überzeugung sind, “das geht mit der Zeit von alleine weg!”

Ich bin sauer, das die Selbsteinschätzung von Psychiatriepatienten derart unwichtig ist, derart fehlgedeutet wird, fehlinterpretiert wird, das ich mich Frage, was das für ein blödes Spielchen ist.

Ich habe bisher alle Therapien, alle empfohlenen Maßnahmen mitgemacht, selbst brutalste Verhaltenstherapien habe ich bis zum Abschluß durchgezogen (bis auf jene, die mich postwendend zurück in die Klinik brachten) und war der Meinung, damit meinen guten Willen und meine absolute Bereitschaft zu beweisen.

Doch ich sehe, das ist vollkommen wurscht. Der durchschnittliche Therapeut und der durchschnittliche Ärzt hat seine Bilder im Kopf und diagnostiziert nach diesen Bildern, froh und lustig und ist sich nicht im geringsten seiner Verantwortung bewusst für das Unheil, was er mit dieser unsensiblen, teilweise gar fahrlässigen Art und Weise anrichtet!

Leute, ich bin echt bedient. Und mit dem neuen #PsychKHG hab ich dann komplett den Kaffee auf, weil ich keine Lust habe, nun in so einer bekloppten Quasi-Straftäter/Gefährderdatei zu landen.. weil mir einfach nicht die Therapie zu Teil wird, die ich eigentlich benötige.

Versucht mal jemand in der Psychiatrie einen Behandlungsfehler nachzuweisen…  das kann man getrost vergessen, denn es ist alles (ALLES) Interpretationssache!

Nachtrag:

Ich war dann heute bei meinem  behandelnden Neurologen und erzählte ihm davon. Es waren erstaunlich angenehme 15 Minuten, da er mir zu Verstehen gab, es nachvollziehen zu können. Das schöne ist, das er meinem Wunsch, nicht in die Notfallklinik im Einzugsbereich gehen zu wollen mit vollstem Verständnis entgegen kam. Das nicht so tolle ist, das ich nun Tabletten bekomme, um die ich mein Leben lang dachte herum zukommen..  Benzos!

Mein Wunsch war die ganze Zeit, es verhaltenstherapeutisch, mit Disziplin, mit Selbsthilfegruppen, mit Geduld, Bereitschaft, mit Selbsterkenntnis, Gnade mir selbst gegenüber und Zuversicht und Hoffnung hinzubekommen. Mir ist seit jahrzehnten klar, das eine rosarote-Brillen-Pille kein geeignetes Therapieergebnis darstellt!
Und nun muss ich solche Teile nehmen, um von diesen Peaks runter gedämpft zu werden.

Nunja..  das #DepriBattle steht unentschieden:
Depri hat gut vorgelegt mit 30 Punkten
Leben hat dadurch, das ich mir einen Notfalltermin beim Neurologen besorgt habe und auch umgehend wahrgenommen habe mit 30 Punkten dagegen gehalten.

Man..  so einen Kack wünscht man seinem ärgsten Feind nicht.

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