Lösungsverliebtheit – “Gequirlte Scheiße”

Nachdem ich in der “langen” Liste der katastrophalen Einzelgesprächssitzungen mit meiner therapeutisch arbeitenden Ärztin ein wirklich “Gutes” erlebt hatte, war das Abschlussgespräch wieder unter aller Sa*(ndale)!

Ich verstehe sehr gut, dass es Fragetechniken gibt, die möglicherweise zur Pflichtkür zählen, gerade in Bezug darauf um eine eindeutige Positionierung zu ermöglichen, ob ein Patient zum Beispiel suizidgefährdet ist oder nicht, also ob er “guten Gewissens” bzw. wenigstens rechtlich gesehen bedenkenlos entlassen werden kann.

Jedoch kommt mir die Wut durch die Schädeldecke geflogen, wenn ein Gespräch so aufgebaut ist, dass die Zielsetzung vollkommen schleierhaft ist, nach der dritten Frage dann eigentlich doch klar ist, worauf das Gegenüber seine Technik begründet, man Einwände gibt, das dies doch alles sehr kompliziert sei und es doch einfacher formuliert auch verständlicher ist und zu weniger Missverständnissen führe, dies vehement verneint wird, ich als Patient mich nur noch verunsichert fühle, an meiner Wahrnehmung zweifle und am Ende einer laaaaangen Debatte um diese verquirlte Scheiße man dann doch richtig liegt.

Dieses Erlebnis wiederholte sich in diesem Gespräch bestimmt drei mal und mein anfänglich schlechtes Gewissen, mich zu früh um meine Entlassung gekümmert zu haben wich der Erlösung, genau das richtige getan zu haben.

Meine Fresse! Da diesmal mein Betreuer mit dabei war, konnte er nun bildhaft Zeuge werden, was ich an dem Tag durchstehen musste, als es um die Belastungserbrobung ging. Es ist, als würden “die” einem gar nicht zuhören. Jeder Satz, jedes Wort was ins Muster – also in die lösungsverliebte Idee des Therapeuten passt wirkt wie ein Brocken Fleisch vor einem verhungernden Wolf. Alles was nicht dort hinein passt ist “Abwehr” und wird als Bestätigung interpretiert, der Therapeut sei auf dem richtigen Weg.

Also eigentlich hätte ich in diesem Gespräch auch meine Jeans flicken können und den einfach machen lassen, das Endergebnis wäre so ziemlich identisch. Möglicherweise würde er die mangelnde Mitarbeit kritisieren.
Naja..  #SoWhat!?!

Meine Heimfahrt war überschattet von dieser unbändigen Wut, einer enormen Ohnmacht, das ich im “professionell therapeutischen Bereich” keinerlei Hilfe zu erwarten habe. Meine Gedanken kreisten immer wieder darum, was wohl andere machen, die sich nicht so ausdrücken können oder jene, die wirklich aus der Haut fahren.

Letztlich, etwas Gutes hatte das Ganze. Zum einen war mein Betreuer nun bestens überzeugt worden, was ich da so erlebe. Zum anderen war ich selbst dann doch ein wenig stolz darauf, dass meine Impulsivität, die normalerweise dazu führt, das ich brüllend, Türen schlagend den Raum verlasse, wiederholt(!) nicht eingetreten ist und das sich ein paar weitere Erkenntnisse in Bezug auf meine Idee mit der Traumatherapie einstellten, wie zum Beispiel meine “Naivität” des blinden, bedingungslosen Vertrauens gegenüber eines Therapeuten mich nicht fallen zu lassen in meiner Vorstellung beinahe erpresserische Züge annehmen.
Kann man jetzt anders sehen, also dass ich von einer professionellen Fachkraft das erwarten dürfte – für mich vielleicht doch eher “Erwartungen sind vorweg genommene Enttäuschungen”.

In diesem Sinne – Danke fürs lesen!

PS.: Nachtrag: Normalerweise nehme ich den Kurzentlassungsbericht eher zur Kenntnis. Diesmal jedoch grenzt er an eine ausgesprochene Frechheit!
1. Der Arzt, der diesen Entlassungsbericht unterschrieb, war nicht mein Bezugstherapeut, noch der mir zugewiesener Arzt.
2. Aufgrund einer einzigen gemeinsamen Situation, welche ich wiederholt als unzureichend vorbereitet dargelegt habe, erteilt er mir die Diagnose von “zeigte ausgeprägtes Vermeidungsverhalten bezüglich diverser angstbesetzter Situationen” – da geht mir jetzt echt der Hut hoch!
Richtig ist, das ich mich sämtlichen Situationen, die provoziert wurden und absolut überflüssig waren, gestellt habe. Richtig ist, das ich trotz massiver Verunsicherung mich den Auseinandersetzungen sachlich gestellt habe.
Mannoman…  ich befürchte, diesen Entlassungsbericht muss ich nun umständlich mit einer weiteren Meinung entkräften, denn demnach bin ich schlicht ein Verweigerer. Alle meine Befürchtungen haben sich bewahrheitet!

Schreib einen Kommentar