Personalrotation

Es gibt sicherlich “gute” Gründe, die eine Personalrotation befürworten. Doch es gibt genauso viele Gründe, in bestimmten Situationen dies zu unterlassen.

Status Quo: Auf Grund von Personalengpässen im ärztlichen Bereich – wegen Urlaub und Krankheit – blieben Einzelgespräche und Gruppentherapien auf der Strecke. Der ursprüngliche Arzt ging nach einer Woche in den Urlaub, die Vertretung “arbeitete” mit mir 2 Wochen und nun final nach der Rotation bin ich abermals bei einem neuen Arzt gelandet.

Abgesehn davon, dass die Einzelgespräche sich auf Sitationsbedingte provozierte und vollkommen überflüssige Konflikte konzentrierten, sind die Kernthemen, weshalb ich ursprünglich in die Klinik kam nicht mal Ansatzweise besprochen worden. Weder eine Vorbereitung auf die sogenannte “Belastungserprobung”, noch ein ausbaufähiges Konzept für eine individuele Nachsorge – basierend auf den persönlichen Bedürfnissen wurden in irgendeiner weise angedeutet.

Aus Personalmangel übernehmen die Ärzte auch die therapeutische Arbeit. Im Grunde ist das alles ganz und gar nicht dramatisch, wenn die Vorgaben und die Versprechen bei Aufnahme in die Klinik nicht derart übertrieben bzw. vollmundig wären, das man mit falschen Erwartungen dann die Zeit in der Klinik quasi absitzt.

Gerade durch diese geschührte Erwartung kommt man bei Nachfragen – zum Beispiel um ein versprochenen Einzelgesprächstermin wahrzunehmen – schnell in den Rolle sich als “unverschämt” zu empfinden. Auf das bereits geminderte Selbstwertgefühl wirkt sich das dann nicht wirklich förderlich aus.

Bei der Klinik handelt es sich um eine Krankenhaus mit Schwerpunkt Psychiatrie, welche für ein bestimmtes Einzugsgebiet die Notaufnahmen versorgt.

Vielleicht gab es früher einmal den in den Hochglanzbroschüren aufgezeigten und beworbenen therapeutischen Ansatz, vielleicht wurde das sogar einmal richtig ernst genommen. Heute ist davon jedoch kaum noch etwas zu sehen.

Es wäre mehr als fair, wenn diese Klinik bei der Aufnahme Klartext reden würde, dass sie den Betroffenen lediglich wieder auf die Beine stellt, möglicherweise eine Medikamentenanpassung vornimmt und eben nicht halbherzig mit therapeutischen Programmen auffährt, die weder zeitlich noch personell annähernd realisiert werden können.

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